
Die Wahl der richtigen 11 kW oder 22 kW Wallbox sorgt oft fuer Unsicherheit. Mehr Kilowatt klingt nach einer besseren Loesung, ist in der Praxis aber nicht automatisch sinnvoll. Entscheidend sind Hausanschluss, Fahrzeugtechnik, rechtliche Vorgaben und das tatsaechliche Ladeverhalten im Alltag.
Der zentrale Unterschied liegt in der maximalen Ladeleistung.
Eine 11 kW Wallbox lädt mit dreiphasigem Strom und 16 Ampere pro Phase.
Eine 22 kW Wallbox arbeitet ebenfalls dreiphasig, jedoch mit 32 Ampere pro Phase.
In der Praxis bedeutet das:
22 kW können theoretisch doppelt so schnell laden, aber nur, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind – insbesondere das Fahrzeug selbst.
Typische Ladezeiten (Richtwerte)
| Batteriegröße | 11 kW Wallbox | 22 kW Wallbox |
| 40 kWh | ca. 4 Stunden | ca. 2 Stunden |
| 60 kWh | ca. 6 Stunden | ca. 3 Stunden |
| 75 kWh | ca. 7–8 Stunden | ca. 4 Stunden |
Diese Werte gelten nur, wenn das Fahrzeug die jeweilige AC-Ladeleistung auch unterstützt.
Gerade in Wohnanlagen oder älteren Gebäuden ist 22 kW häufig nur mit erheblichem Mehraufwand realisierbar.
Dieser Punkt wird oft unterschätzt und führt in der Praxis zu Verzögerungen oder Zusatzkosten.
„22 kW ist immer schneller“
Nein. Viele Elektroautos laden AC-seitig maximal mit 11 kW. In diesem Fall bringt eine 22 kW Wallbox keinen Vorteil.
„Mehr Leistung ist zukunftssicher“
Nicht unbedingt. Der Flaschenhals ist oft das Fahrzeug, nicht die Wallbox.
„Der Preisunterschied ist gering“
Die Wallbox selbst ist nur ein Teil der Kosten. Installation, Genehmigung und mögliche Netzverstärkung machen 22 kW deutlich teurer.
„Ich lade sowieso selten leer“
Gerade dann reicht 11 kW fast immer aus, vor allem beim Laden über Nacht.
In Einfamilienhäusern und Wohnanlagen ist die 11 kW Wallbox in den meisten Fällen die wirtschaftlichste, technisch sinnvollste und rechtlich einfachste Lösung.

Sie deckt:
22 kW Wallboxen sind sinnvoll bei:
In der überwiegenden Mehrheit der Projekte in Wien wird mit einer 11-kW-Wallbox lediglich eine Ladeleistung von 5,5 kW genutzt. Diese Ladeleistung wird in der WEG-Novelle 2022 als Langsamladen bezeichnet und fällt unter die Zustimmungsfiktion gemäß § 16 Abs. 5 WEG. Eine aktive Zustimmung der übrigen Wohnungseigentümer ist daher nicht erforderlich.
Unser Netzbetreiber Wiener Netze verrechnet bei 5,5 kW Ladeleistung und bestehendem Zähleranschluss keine zusätzlichen Gebühren.
22 kW kommen in der Praxis meist nur bei klar definierten Anforderungen oder im gewerblichen Bereich zum Einsatz.
Eine fachliche Vor-Ort-Prüfung klärt:
Eine fachliche Vor-Ort-Prüfung klärt, ob der Hausanschluss geeignet ist, welche Leistung real genutzt werden kann und welche Lösung langfristig sinnvoll bleibt. So vermeiden Sie unnötige Kosten und entscheiden auf Basis realer Gegebenheiten. Für eine kostenlose Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach.
▼ Reicht eine 11 kW Wallbox für mein Elektroauto aus?
In den meisten Fällen ja. Für typisches Laden über Nacht ist sogar 5,5 kW mehr als ausreichend.
▼ Kann ich eine 22 kW Wallbox drosseln?
Ja, viele Modelle lassen sich softwareseitig auf 11 kW begrenzen. Genehmigungspflicht bleibt dennoch bestehen.
▼ Lädt mein Auto automatisch mit 22 kW, wenn die Wallbox das kann?
Nein. Das Fahrzeug bestimmt die maximale AC-Ladeleistung, nicht die Wallbox.
▼ Ist 22 kW schlecht für den Akku?
Nicht grundsätzlich, aber höhere Ladeleistungen erzeugen mehr Wärme. Im Alltag bringt das selten Vorteile.
▼ Was ist günstiger im Betrieb?
Die Stromkosten pro kWh sind gleich. Die Unterschiede liegen in Anschaffung, Installation und Genehmigung.
▼ Kann ich später von 11 kW auf 22 kW upgraden?
Technisch oft möglich, rechtlich und netzseitig aber neu zu prüfen.